Neueste Informationen und Forschungsergebnisse

Ergebnisse randomisierter Studien:
In 28 randomisierten kontrollierten klinischen Studien wurde die Hinzunahme von Hyperthermie zur Radio- oder Chemotherapie untersucht. In 21 Studien wurden signifikant bessere Ergebnisse durch die Kombination mit Hyperthermie hinsichtlich Ansprechraten, der progressfreien Intervalle, des Gesamtüberlebens oder palliativer Effekte gezeigt. Signifikante Verbesserungen konnten in randomisierten kontrollierten Studien bei metastasierten Rectumkarcinomen / Lebermetastasen gezeigt werden. (Eine Literaturübersicht kann dem aktuellen Standardwerk über Hyperthermie / Baronzio GF, Hager ED: Hyperthermia in Cancer Treatment. A Primer. Springer/Landes Bioscience; 2006, entnommen werden.

Gutes Ansprechen bei Patienten mit multizentrischem Glioblastoma multiforme (Hirntumor) auf eine Behandlung mit unterstützender Thermochemotherapie
(Dr. Hüseyin Sahinbas, Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Dr. Jürgen Baier, Dr. Eckhard Böcher in: Deutsche Zeitung für Onkologie 3/2005)

„Glioblastoma multiforme ist der häufigste primäre Hirntumor bei Erwachsenen. Trotz Operation und Radiotherapie mit oder ohne unterstützende Chemotherapie, bleibt das maligne Gliom eine nahezu gleichbleibend tödliche Krankheit, die einen schnellen und verheerenden Verlauf nimmt. Die Prognose für Patienten ohne Operation ist schlecht, mit einer mittleren Überlebenschance von weniger als sechs Monaten. Hyperthermie, entweder allein oder in Kombination mit Chemo- und Radiotherapie, sind neue Methoden zur Behandlung des Glioblastoms, die vielversprechende Ergebnisse zeitigt. Es wird der Fall einer Patientin mit multizentrischem inoperablem Glioblastom vorgestellt, der mit unterstützender Hyperthermie und begleitendem Temozolamid (Temodal) nach der Radiotherapie behandelt wurde. Die Behandlung wurde von der Patientin gut vertragen. Sie lebt noch und nach nun mehr als 23 Monaten in guter klinischer Verfassung.“

Retrospektive Untersuchung zur Therapie mit Mistelextrakten bei Mammakarzinom

(C.Stumpf, S.Rieger, M. Schietzel in: Deutsche Zeitschrift für Onkologie 3/2005)

In einer retrospektiven Untersuchung wurden die Überlebenszeiten aller von 1981-2000 mit Mistelextrakt behandelter Mammakarzinom-Patientinnen der Tumorambulanz des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke ausgewertet und anderen vergleichbaren Patientinnen-Kollektiven (Tumordatenbanken) gegenübergestellt. Die vergleichsweise günstigen Ergebnisse der vorliegenden Arbeit sind ein weiterer Hinweis auf eine mögliche Verlängerung der Überlebenszeit von Mammakarzinom-Patientinnen unter zusätzlicher Misteltherapie.

Klinische Studien zur Misteltherapie onkologischer Erkrankungen
(Gunver S. Kienle, Helmut Kiene in: Deutsche Zeitschrift für Onkologie 10/2006)
In der Vergangenheit wurde eine Vielzahl von klinischen Studien durchgeführt und kürzlich in einer systematischen Übersicht zusammengefasst. Darunter waren 24 prospektive vergleichende Studien, 38 Kohortenstudien und Fallserien und 31 retrospektiv vergleichende Studien. (Gesamte Anzahl der Studien: 93). Die Studien zeigten in den allermeisten Fällen ein positives Ergebnis für die Misteltherapie: Verlängerung der Überlebenszeit oder des krankheitsfreien Intervalls, Tumorremissionen, Verbesserung der Lebensqualität und Verminderung der Nebenwirkungen konventioneller zytoreduktiver Therapien.

Antioxydantien und Chemotherapie
11.05.2009 | ENA

Bei der Tumorbehandlung wird häufig eine hemmende Wirkung von antioxidativen Supplementen auf die Chemotherapie befürchtet und Patienten von einer Einnahme abgeraten. In einem kürzlich erschienenen Review gibt Mary L. Hardy, Center for Integrative Oncology an der Universität Kalifornien in Los Angeles (UCLA), einen Überblick über bereits publizierte Studien zum Thema Nahrungsmittelzusätze bei Krebstherapie und diskutiert eine Anzahl klinischer Studien an Patienten, bei welchen die Auswirkung von Antioxidantien auf die Chemotherapie untersucht wurde [1].

Die Bedenken bezüglich Nahrungsergänzungsmittel bei Chemotherapie konzentrieren sich hauptsächlich auf Interaktionen von Antioxidantien mit dem eingesetzten Chemotherapeutikum und dessen Metabolisierung. Trotz dieser Vorbehalte, konnten bisherige Studien die Bedenken vielfach nicht bestätigen. So zeigte die Supplementierung mit hohen Dosen der Vitamine C und E sowie des Spurenelementes Selen ganz im Gegenteil sogar tiefere Raten der therapiebedingten Nephro- und Ototoxizität ohne negative Auswirkung auf die Effektivität der Chemotherapie [2].

Präklinische wie auch einige klinische Studien deuten im Falle von Coenzym Q10 Beigabe ebenfalls auf eine reduzierte Toxizität der anthracyclinbasierten Chemotherapie [3].

Positive Auswirkungen von Antioxidantien zeigten sich insbesondere bei der Behandlung von Nebenwirkungen der Chemotherapie. Das meistuntersuchte Antioxidans bei deren Behandlung ist das Glutamin. Als Mundspülung zum Schlucken führte es bei Chemotherapie mit Methotrexat und Adriamycin zu tieferen Raten und Schweregraden von Mukositis wie auch zu weniger Schmerzen bei Stomatitis [4].

Einzig bei der Kombination von Glutamin mit 5-Fluoracil (5-FU) Chemotherapie kam es in diesem Zusammenhang zu keiner, weder positiven noch negativen Wirkung. Bei der Behandlung der intestinalen Toxizität bei 5-FU-Patienten verbesserte sich jedoch nach Glutamingabe die Ernährungssituation infolge tieferer Diarrhoe-Inzidenz. Bei Neuropathien als Folge von Paclitaxel oder der Oxaliplatin-5-FU Kombination kam es zur signifikanten Reduktion der Symptome. In keinem der Fälle hatte die Supplementierung negative Auswirkungen auf die Chemotherapie oder die Überlebenschancen der Patienten. Auch Supplementierungen mit Vitamin E führten zu positiven Ergebnissen bei der Behandlung von Mukositis und Stomatitis, ausser in Kombination mit Doxorubizin, wo sie keine Auswirkungen hatten. Bei auf Platin oder Taxanen basierten Chemotherapien senkte es wiederum die Inzidenz und die Schwere der Neuropathie, ohne Auswirkungen auf das Tumorgewicht, Tumorwachstum oder das Überleben [5].

Prophylaktisch und symptommindernd bei der Behandlung von Mukositis und Stomatitis wirkten ebenfalls Zink und Zinksulfat wie auch pflanzliche Extrakte von Kamille oder Arnika. Im Zusammenhang mit Cisplatin Chemotherapie zeigte Ingwer bei Patientinnen mit gynäkologischen malignen Tumoren ähnliche Wirkung wie das Antiemetikum Metoclopramid, mit jedoch weniger Nebenwirkungen [6].

Müdigkeit infolge von Cisplatin- oder Ifosfamidtherapien wurde bei Patienten mit einem Karnitinmangel erfolgreich und ohne Toxizität durch Gabe von Karnitin gelindert [7].

Entgegen bisheriger Vorbehalte gestaltet sich die Supplementierung mit Antioxidantien während der Chemotherapie als durchaus sinnvoll. Ohne negativ auf die Chemotherapie einzuwirken, zeigen sich Antioxidantien als vorteilhaft bei der Prävention und Behandlung von unerwünschten Nebenwirkungen der Chemotherapie.

(1) Hardy ML. Dietary Supplement Use in Cancer Care: Help or Harm. Hematol Oncol Clin N Am 22 (2008) 581-617.

(2) Weijl NI, Elsendoorn TJ, Lentkes EG, et al. Supplementation with antioxidant micronutrients and chemotherapy-induced toxicity in cancer patients treated with cisplatin-based chemotherapy: a randomised, double-blind, placebo-controlled study. Eur J Cancer 2004;40(11): 1713-23.

(3) Conklin KA. Coenzyme q10 for prevention of anthracycline-induced cardiotoxicity. Integr Cancer Ther 2005;4(2): 110-30

(4) Rubio IT, Cao Y, Hutchins LF, Westbrook KC, Klimberg VS. Effect of glutamine on methotrexate efficacy and toxicity. Ann Surg 1998;227(5): 772-8, discussion 778-80.

(5) Pace A, Savarese A, Picardo M, et al. Neuroprotective effect of vitamin E supplementation in patients treated with cisplatin chemotherapy. J Clin Oncol 2003;21(5): 927-31.

(6) Manusirivithaya S, Sripramote M, Tangjitgamol S, et al. Antiemetic effect of ginger in gynecologic oncology patients receiving cisplatin. Int J Gynecol Cancer 2004;14(6): 1063-9.

(7) Graziano F, Bisonni R, Catalano V, et al. Potential role of levocarnitine supplementation for the treatment of chemotherapy-induced fatigue in non-anaemic cancer patients. Br J Cancer 2002;86(12): 1854-7

Dr. phil. Olaf Bausemer
Heilpraktiker
Lehrbeauftragter der
Universität Heidelberg

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